Journalistin & Redakteurin

Astrid Ehrenhauser

Ich lebe in Berlin und schreibe am liebsten über
Bildungspolitik, Lobbyismus und Nachhaltigkeit.
Aktuell arbeite ich als Nachrichtenredakteurin bei n-tv.de.
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SPIEGEL Plus, 21. 03. 2019

Ungewöhnliche Kloster-WG – Shisha unterm Kruzifix

Drei junge Afghanen und sechs ältere Kapuzinerbrüder führen im Kloster St. Konrad zu Altötting eine ungewöhnliche WG – die einen wollen beten, die anderen feiern.

Die Luft riecht süßlich nach Pfirsich, weißer Rauch zieht durch den Gemeinschaftsraum im Kloster. Neben einem roten Gebetsbuch steht eine leere Bierflasche im Regal. Direkt über dem Tisch mit der Wasserpfeife hängt ein hölzernes Kruzifix. Ali Shirzad sitzt mit unterschlagenem Bein auf einem bunten Sessel, zieht lange an der Shisha, es gluckert. Er pustet ein paar Ringe gen Kreuz. Auch Bruder Jeremias greift nach einem Schlauch und inhaliert. Schon seit über 30 Jahren raucht er gerne Shisha, um zu entspannen.
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UNI SPIEGEL, 3/2019

Dach über dem Kopf, Pinsel in der Hand

Die Berliner Obdachlosen-Uni ermöglicht wohnungslosen Menschen, sich weiterzubilden. Oft geht es aber einfach nur darum, abzuschalten und die Sorgen zu vergessen.

Seit Minuten starrt die junge Frau auf den weißen Hintergrund. »Brauchst du etwas?«, fragt die Kursleiterin. »Nein, ich überlege nur«, sagt die Frau. Kurz darauf fährt sie mit dünnen, schnellen Strichen über die kleine Leinwand. Immer wieder tunkt sie die Borsten des Pinsels in einen Klecks Acrylfarbe, der einen ähnlichen Rotton hat wie der abgesplitterte Lack auf ihren Nägeln. Sie streicht das Quadrat vollständig rot an und übermalt anschließend alles mit Orange. Dann fragt sie nach einer Zigarette, zieht ihre Winterjacke über den weiten Strickpullover und tritt nach draußen auf die hektische Hauptstraße. Verabschiedet hat sie sich nicht. Doch in einer Woche wird sie wohl zurückkommen, für ein neues Bild.
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© Foto: Sina Niemeyer

transform Magazin, Ausgabe 5, 11/2018

Luxus aus der Leitung

Mineralwasser schadet der Umwelt, auch wenn es in Glasflaschen daherkommt, regional und bio ist. Der eigentliche Luxus sind nicht teure Durstlöscher, sondern billiges Trinkwasser aus der Leitung. Auch Weltretten geht so im Hahnumdrehen.

Es sind fast 30 Grad beim Spaziergang durch Berlins »Wasserkiez«. Der Stadtsommer ist staubig und trocken. Als er Durst bekommt, betritt ein Mann ein kleines Feinkostrestaurant im Mariannenkiez, mitten im hippen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Er grüßt den Ladenbesitzer. Ob er seine Flasche kurz auffullen dürfe? Niemand guckt komisch, obwohl links von ihm Kasten mit teurem Mineralwasser in schicken Glasflaschen stehen. Das Lokal ist stolz darauf, bei Refill Berlin mitzumachen. Draußen an der Tür kündigt ein faußtgroser, blauer Aufkleber an: »Refill Berlin – kostenfrei Trinkwasser«.
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Der SPIEGEL, 27. 01. 2018

Ich nutze mein Netzwerk“

Gesche Joost ist ehrenamtliche Internetbotschafterin der Regierung. Doch interne Papiere zeigen, dass sie 50.000 Euro jährlich kassierte – und sich im Wirtschaftsressort für eigene Belange einsetzte.

Im November 2016 stand Gesche Joost auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken und versammelte das halbe Bundeskabinett um sich. Fasziniert starrten Angela Merkel und ihre Ressortkollegen auf ein sternförmiges, blinkendes Gerät, das eine Schülerin vorführte. Wenn es nach Gesche Joost geht, soll bald jeder Drittklässler mit dem Calliope mini, so der Name des handlichen Minicomputers, programmieren lernen.
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© SPIEGEL-Verlag, Sondergenehmigung für die Veröffentlichung

UNI SPIEGEL, 4/2018

Bienchen, Blümchen, Porno

Medizinstudierende sprechen mit Neuntklässlern über Sex. Klingt peinlich, ist es aber nicht. Meistens zumindest.

Das Sex-ABC ist vollständig. 26 Begriffe haben die Mädchen auf das Whiteboard geschrieben, von A wie Analsex bis Z wie Zärtlichkeit. Intersex, Erektion, Menstruation – reihum erklären sie nun, was gemeint ist. O wie Orgasmus: »Wenn der Mann kommt, hat er einen Samenerguss«, beschreibt eine Schülerin. »Und der Höhepunkt bei der Frau?«, hakt Lea Bauerfeind nach. 18 Teenager runzeln die Stirn. Ein paar grinsen. Ein Mädchen stupst seine Nachbarin an. Also noch mal anders: »Woran merkt man, dass eine Frau erregt ist?« Niemand meldet sich.
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Der Artikel erschien auch auf SPIEGEL ONLINE.

 

taz.die tageszeitung, 22. 10. 2017

Google in der Grundschule

Wie deutsche Ministerien dem Konzern helfen, den Unterricht zu erobern

Der Calliope mini ist so klein wie ein Handteller. Auf die flache Platine können Kinder Programme laden, die sie davor am Computer selbst geschrieben haben. Mit den bunten Bausteinen der grafischen Programmiersprache können sie einander Nachrichten schicken oder einen selbstfahrenden Roboter bauen. Das Gerät soll in allen Schulfächern einsetzbar sein, zum Beispiel, um einen Schrittzähler für den Sportunterricht zu programmieren.
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